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Der Teutoburger Wald soll zum Naturschutzgebiet werden. Doch die Holzindustrie läuft Sturm gegen das Vorhaben. Die Holzpreise steigen schon jetzt ununterbrochen. Naturschützer und Industrie bringen dabei ungewohnte Argumente hervor. Lesen Sie auf Schreinereien.com mehr zum schwellenden Konflikt!

Teutoburger Wald

Der historisch bekannte Teutoburger Wald. © Peter Dedecker by flickr.com

Im Teutoburger Wald trägt sich in den vergangenen Monaten ein Kampf zwischen der Holzindustrie und Naturschützern aus. Es geht um die Frage, ob ein Nationalpark in den Kreisen Lippe, Höxter und Paderborn entstehen soll oder nicht. Doch entgegen der üblichen Agitation argumentieren beide Parteien mit den üblichen Argumenten des Anderen. Die Holzindustrie macht sich die Argumentation der nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern zu eigen und zitiert dabei eine Studie des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen. Demnach sind die Wälder in der Region durch eine „bemerkenswerte Vielfalt von Arten großer und strukturreicher Wälder aus mit einer für den Standort typischen natürlichen Artenzusammensetzung“ aufgebaut.
Die Lobeshymne singt die Holzindustrie fleißig mit. Sie argumentiert mit der Gefährdung von qualitativ hochwertigen Arbeitsplätzen gegenüber saisonal bedingten Arbeitsplätzen in der Tourismusbranche. Diesen wirtschaftlichen Aspekt hebt jedoch der Umweltminister von Nordrhein-Westfalen, Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen), hervor. Er glaubt, dass der Tourismus die hiesigen Arbeitsplätze ersetzen kann.

Die Pflege schützenswerter Arten ist für den Nationalpark von Johannes Remmel als vorrangig angesehen worden. Die Industrie dagegen merkt an, dass ohne die Bewirtschaftung des Waldes, das Haselhuhn, keine geeignete Umgebung vorfinden könnte. Da das Tier auf der Liste de bedrohten Arten steht, wird es auch weiter Streitpunkt beider Seiten sein.

Der Teutoburger Wald im Fokus

Im Internationalen Jahr der Wälder 2011 ist die Aufmerksamkeit eines solchen Konfliktes besonders wichtig. Das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geführte Projekt sieht sich in der Pflicht, junge Menschen wieder näher an die Natur zu bringen. Dafür präsentiert es regelmäßig Projekte, die von den Bürgern wahrgenommen werden können. Auch im Teutoburger Wald kann man Förstereien finden, die insbesondere Kindern den Umgang mit Wäldern näher bringen.

Der Teutoburger Wald wird dringend benötigt

Holz ist wieder modern geworden. In einigen Aspekten kann man sogar von Holz als Mode sprechen. Doch nicht jeder ist über diese Entwicklung erfreut. Insbesondere die Holzindustrie trifft die große Nachfrage nach Holz und die seit Monaten steigenden Preise für den Rohstoff. Hinzu kommt, dass Holz als Energiequelle immer öfter zur Sprache gebracht wird. So veröffentlichte der Verband der deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI) eine Pressemitteilung in der sie die Gesetzesnovelle des Erneuerbare-Energien-Gesetztes (EEG) kritisiert und um eine stärkere Fokussierung zur Mehrfachnutzung des Rohstoffes drängt. Wenn Holz zum Verheizen billiger werde, als es Produzenten zur Wertschöpfung erstehen könnten, riskiert man, dass Holz nur noch zur Energiegewinnung genutzt wird. Holz für den Möbelbau könnte dann unerschwinglich werden. Die Zeche könnte im letzten Ende der Verbraucher zahlen.

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