RSS:Artikel

Du bist hier: Startseite » Fachbereich, Innenausbau, Möbelschreinerei » Thermoholz – Eigenschaften und Verwendung

Einsatzmöglichkeit für Thermoholz

Einsatzmöglichkeit für Thermoholz - © Oliver Haja by pixelio.de

Holz, dessen Eigenschaften durch ein thermisches Verfahren verändert wurden, bezeichnet man als Thermoholz. Die Temperaturbehandlung ist dabei eine Erhitzung auf mindestens 160° bei gleichzeitigem Sauerstoffmangel. Durch dieses Verfahren lässt sich eine Modifikation des Baustoffes über den gesamten Holzquerschnitt erreichen. Man erreicht eine höhere Fäulnisresistenz und kann das Holz auch für den Einsatz im Außen- oder Nassbereich verwenden. Das Risiko für Schäden durch Pilzbefall verringert sich. Thermoholz hat eine geringere Aufnahmefähigkeit von Wasser. Das für Holz typische Quellen, Schwinden oder Reißen wird damit verhindert.

Eigenschaften von Thermoholz

Durch die etwa 24 bis 48 Stunden dauernde Behandlung bei 160° bis 250° wird die Dauerfestigkeit des Holzes erhöht. Gleichzeitig wird die Holzfarbe über den ganzen Querschnitt dunkler. Diese Farbänderung ist jedoch nicht dauerhaft. Das Holz kann sich durch UV-Einstrahlung wieder aufhellen. Die Temperaturbehandlung führt bei Thermoholz außerdem zu einer deutlichen Reduzierung des pH-Wertes auf ca. 1,5. Die meisten Mikroorganismen können sich in diesem Milieu nicht mehr vermehren und ihnen wird der Nährboden entzogen. Thermoholz zeigt große Unterschiede zwischen Nadel- und Laubholz. Bei Nadelhölzern verringert sich durch den Harzaustritt und den Substanzabbau die Dichte. Bei Laubholz ist keine verringerte Festigkeit zu erwarten. Thermoholz hat im Vergleich zu unbehandeltem Holz auch eine geringere Biegefestigkeit und Tragfähigkeit. Dies schränkt die Verwendungsmöglichkeiten ein. Das Holz erhält durch die Behandlung außerdem einen rauchigen Geruch, der aber mit der Zeit nachlässt.

Thermoholz – Herstellung und Verwendung

Nach langer Forschung begann Ende der 1990er Jahre die industrielle Produktion in Finnland. Es gibt verschiedene Verfahren zur Herstellung von Thermoholz, die ständig weiterentwickelt werden. Das Vorgehen nach dem Wasserdampf-Hitze-Verfahren ist am weitesten verbreitet. Die bekanntesten Verfahren sind das finnische Stellac und das russische BICOS-Verfahren.

Grundsätzlich eignen sich alle Holzarten für Thermoholz. Praktisch konzentriert sich die Herstellung aber auf Hölzer wie Erle, Buche, Eiche, Ahorn, Esche, Birke sowie Fichte und Kiefer. Durch die dunklere Farbe und die Einsatzmöglichkeiten im Außenbereich ist Thermoholz für den Holzhandel mittlerweile eine interessante Alternative zu Tropenholz wie Teak geworden. Außerdem ist es für Bereiche interessant, in denen Holz ohne Schutzmittel verwendet werden muss. Gängiger Einsatzbereich für Thermoholz ist die Terrasse, der Sanitär- und Saunabereich sowie der Einsatz als Holzboden.

Kommentar abgeben

© 2010 Schreinereien.com · RSS:ArtikelKommentare