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"Tischlerhandwerk"

Tischler bei der Arbeit - © Irane by Stock.xchng

Der Beruf des Tischlers oder auch Schreiners ist in Deutschland etwa um 800 n.Chr. entstanden. Ein sehr altes und etabliertes Handwerk also, dass sich im Laufe der Zeit sehr gewandelt hat. Tischler und Schreiner sind grundsätzlich identisch. Die differenzierten Begrifflichkeiten rühren nur vom unterschiedlichen regionalen Sprachgebrauch her. Während man im Süden Deutschlands den Begriff Schreiner gebraucht, wird im Norden Tischler gesagt. Der Schutzheilige dieses Handwerks ist St. Josef. Die Tätigkeitsgebiete dieser Branche liegen traditionell in der Holzbearbeitung.

Tischler und Schreinerausbildung – vom Lehrling zum Gesellen

Die Ausbildung ist bundesweit auf drei Jahre festgelegt und ist in einen schulischen und einen betrieblichen Abschnitt aufgeteilt. Der Tischlerlehrling absolviert in seinem ersten Ausbildungsjahr ein so genanntes BGJ (Berufs-Grundbildungs-Jahr) das meist in einer berufsbildenden Einrichtung absolviert wird. Erst danach geht er in den Betrieb und arbeitet in der Praxis. Im Gehaltsdurchschnitt der Handwerksbranche befindet sich das Tischler- und Schreinerhandwerk eher im unteren Drittel. Das erste Lehrjahr wird mit 450 € monatlich, das letzte mit 650 € Brutto entlohnt. Als Ausgelernter kann der Tischler oder Schreiner mit einem Einstiegsgehalt nach Tarif von 2036 € Brutto rechnen, was sich durch eine Weiterbildung zum Meister auf 2690 € Brutto erhöht.

Beschäftigungsentwicklung der Tischler- und Schreinerbranche

In den vergangenen Jahren sind die Beschäftigtenzahlen, wie in allen handwerklichen Berufen auch in der Tischler- und Schreinerbranche stark zurück gegangen. Während es 1999 noch 231.851 Tätige gab, sind es 2009 nur noch 157.985 gewesen. Linear dazu sind aber auch die Zahlen der Erwerbslosen mit diesem Zielberuf von 47.688 auf 29.023 um fast die Hälfte gesunken.

Tischlerarten und artverwandte Berufe in der Holzbranche

Innerhalb des Handwerks gibt es Spezialgebiete auf die sich ein Tischler oder Schreiner fokussieren kann. So stellt der Bautischler hauptsächlich Treppen, Türen und Fenster für Gebäude her, während sich der Möbeltischler eher mit dem Fertigen von Accessoires, wie Stühlen, Tischen und Schränken für den Innenraum beschäftigt. Auch bei der Herstellung von Schrankbetten kommen professionelle Tischler zum Einsatz. Eine dritte Kategorie bildet der Modelltischler, der in Gießereien Vorstufen für Gussformen aus Holz herstellt.

Zukunft des Tischler- und Schreinerhandwerks

Die fortschreitende Automatisierung der Möbelherstellung und das Drängen von Massenproduzenten auf den Markt, haben dem Möbelhandwerk schwer geschadet und kaum jemand lässt heute noch Möbel in Handarbeit fertigen. Aber auch die Bautischler mussten durch die Entwicklung neuer Baustoffe andere Wege gehen und haben sich im Segment des Trocken- oder auch Innenausbaus platziert. Hier werden Räume und Wände durch Aluminiumständerwerke mit aufgeschraubten Rigipsplatten geschaffen. Ein heutzutage gängiges und schnelles Verfahren in Sachen Gebäudetechnik.

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